NMUN 2018

Opening Ceremony bei den UNO-Headquaters
Opening Ceremony bei den UNO-Headquaters

Als NMUN-Team der Universität Zürich vertra­ten wir am diesjährigen National Model United Nations die Philippinen – ein politisch und auch rechtlich hoch interessantes Land. Nach intensiver Vorbereitung und vertieften Recherchen traten wir am 17. März 2018 die Reise nach New York an und freuten uns, das erarbeitete Wissen in der Rolle eines philippi­nischen UNO-Beauftragten nun endlich auf die Probe stellen zu können. Am ersten Tag konn­ten wir die komplexen, auch in der UNO anwend­baren, Rules of Procedure in einem Work­shop noch ein letztes Mal repetieren und hatten dabei die Gelegenheit, erste Kontakte mit anderen Delegationen zu knüpfen. Am selben Abend fanden dann bereits die ersten Sessionen in den Konferenzräumen des Hilton und Sheraton Hotels in Manhattan statt. In den verschiedenen Ausschüssen wurde bis spät in die Nacht intensiv über die Festlegung der Themen für die Debatten der nächsten Tage diskutiert und gerungen.

Unsere Delegation vertrat die Philippinen in elf verschiedenen Ausschüssen. Die erste Session war für jedes Team eine überwältigende Erfah­rung. Der Ablauf der Sessionen wurde vom jeweiligen Vorsitz streng moderiert und geleitet. Die Delegationen der Mitgliedstaaten konnten ihre Positionen mit bis zu zweiminütigen Re­den darlegen. Die Rules of Procedure – die Verfahrensvorschriften – sind die Grundlage des diplomatischen Diskurses in den UNO-Organen und waren auch während der NMUN jederzeit strikt einzuhalten. Kam in den Debatten Unruhe auf, liess die Mahnung des Vorsitzes „Decorum!“ nicht lange auf sich warten.

Eine NMUN-Session im Gange
Eine NMUN-Session im Gange

Am zweiten Tag wurde die NMUN New York 2018 von den Vereinten Nationen für die offizielle Opening Ceremony empfangen. Es war ein einmaliges Erlebnis für uns, die geschichtsträchtige Halle der Generalversammlung der Vereinten Nationen in unserer Rolle als Delegierte der Philippinen zu betreten. Nach einer inspirierenden Rede von der unter Kofi Annan als Assistant Secretary-General wirkendenden Gillian Sorensen und der offiziellen Eröffnung durch Under-Secretary-General Alison Smale fühlten wir uns in unserer Rolle als UNO-Delegierte nochmals bestärkt. Die Eröffnungszeremonie im UNO-Gebäude war eines der grossen Highlights unseres Aufenthaltes in New York, das uns sicherlich noch lange in Erinnerung bleiben wird.

Als Abwechslung zu den vielen Sessionen ermög­lichte uns Prof. Dr. Christine Kaufmann Besuche bei den Ständigen UNO-Missionen der Philippinen und der Schweiz. Wir erwarteten die Besuche gespannt. Die kurze und prägnante Präsentation von Botschafter Jürg Lauber vermittelte uns ein ausgezeichnetes Bild über die aktuelle Rolle der Schweiz in ihren internationalen Beziehungen. Auch erhielten wir wertvolle Einblicke in den Alltag eines Diplomaten und die damit verbundenen Heraus­forderungen. Wir schätzten den Besuch an der Permanent Mission to the UN Switzerland sowie den enthusiastischen Empfang des ständigen Vertreters sehr.

Spannender Besuch bei der Schweizer Mission zur UNO
Spannender Besuch bei der Schweizer Mission zur UNO

Auch in der philippinischen Mission wurden wir herzlich begrüsst. Zu unserer Über­raschung stiess kurz nach unserem Eintreffen auch der ständige Vertreter der Philippinen bei der UNO, Boschafter Teodoro Locsin, zu uns. Die Offenheit, mit der er uns seine zum Teil unerwarteten Ansichten präsentierte, gab uns die Gelegenheit, ihm Fragen zur Position der Philippinen in den verschiedenen UNO-Aus­schüssen und zu den entsprechend relevanten Themen zu stellen. So vertieften wir unsere Kenntnisse für die kommenden Diskussionen in den Ausschüssen und lernten viel über das Verhältnis von philippinischer Innen- und Aussenpolitik.

Der Direktvergleich zwischen den beiden Missionen war sehr aufschlussreich. Diejenigen von uns, die sich mit dem Gedanken tragen, eine diplomatische Laufbahn oder eine Anwaltskarriere einzuschlagen, erhielten einen Eindruck über die damit verbundenen Heraus­forderungen in der Kommunikation und in den Verhandlungen. Damit trugen auch die Besuche bei den Ständigen Missionen dazu bei, uns zu zeigen, wie wichtig die Fähigkeit ist, sich in eine andere Sichtweise einzufühlen und diese zu vertreten, selbst wenn man sie selber nicht immer teilt.

Empfang bei der Philippinischen Mission zur UNO
Empfang bei der Philippinischen Mission zur UNO

Auch ein Mitte der Woche aufgekommener „Schneesturm“ konnte unseren Tatendrang nicht stoppen. Die intensive Vorbereitung und die harte Arbeit des Teams in den Verhandlungen wurde denn auch belohnt: In vier Ausschüssen durften Mitglieder des UZH-Teams einen Preis für das beste Position Paper entgegennehmen. Anlässlich der Abschlussze-remonie kam noch eine weitere Auszeichnung in Form einer Honorable Mention für die ganze Delegation dazu.

Wir blicken auf eine äusserst lehrreiche Woche mit vielen neuen Eindrücken zurück. Was wir in der Vorbereitung und während der Verhandlungen in New York gelernt haben, wird uns auf unserem weiteren beruflichen Weg sehr nützlich sein. Wir mussten in einer Fremdsprache verhandeln, Positionen vertreten, die wir nicht immer teilten, Kompromisse mit anderen Ländern suchen und uns auch gegen Widerstände durchsetzen. Diese einmaligen Erfahrungen sind für uns als angehende Juristinnen und Juristen ein Privileg.

Wir sind sehr dankbar, dass uns die Rechtswissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich die Gelegenheit gab, im Rahmen unseres Studiums an der NMUN 2018 mitzuwirken. Verschiedene Personen und Institutionen haben uns durch ihre finanzielle Unterstützung die Teilnahme erst ermöglicht. Dazu zählen die UZH Alumni und die Stiftung für juristische Lehre und Forschung.

Beitrag verfasst von Audrey Canova, Patrizia Castellazzi und Franca Steiger

 

Die Teilnahme wurde grosszügig unterstützt duch:

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